Sprachen

Deutsch English (US) Русский


Russisches Wörterbuch in einer lettischen Buchhandlung
Russisches Wörterbuch in einer lettischen Buchhandlung

Sprachen sind schon immer eine meiner Leidenschaft gewesen, aber es hat eine ganz schöne Weile gedauert, bis ich realisiert habe, dass sie es sind, womit ich mich in meiner beruflichen Laufbahn beschäftigen möchte. Wie viele Menschen hatte ich im Erwachsenwerden verschiedene Ideen darüber, was ich als Erwachsener machen möchte, darunter Polizist, Rechtsanwalt und Diplomat. Ich habe jedoch alle davon aus dem ein oder anderen Grund ausgeschlossen. Letztendlich merkte ich in meinem vorletzten Jahr auf dem Gymnasium, dass ich tiefer in Fremdsprachen eintauchen möchte, und so entschied ich mich, mich für ein Lehramtsstudium der Fächer Englisch und Russisch zu bewerben und landete in der wundervollen Universitätsstadt Göttingen.

 

Die Grundlage all dessen, wie ich bereits angemerkt habe, wurde in der Schulzeit gelegt, und ich würde gerne mehr ins Detail gehen. In der Schule belegte ich jeden Sprachkurs, den ich belegen konnte, insgesamt waren es vier. Zuerst besuchte ich zehn Jahre lang Englischkurse, von Klasse 3 bis zum Abitur. Ich muss sagen, dass Englisch und ich für lange Zeit eine Hass-Liebe-Beziehung hatten, die sich schließlich in Liebe verwandelte. Dafür gab es einige Gründe. Zuerst einmal war ich im Englischunterricht ein wenig gelangweilt. Ich schnitt in Klausuren in der Regel sehr gut ab und bekam überdurchschnittlich gute Noten, obwohl ich fast nie für Klausuren lernte. Zweitens habe ich Englisch lange Zeit nur im Klassenraum benutzt, sodass ich keine Motivation mein Englisch zu verbessern, außer für gute Noten. Zu guter Letzt hatte ich eine Deutsch- und Geschichtslehrerin, die ihre Fächer eifrig unterrichtete, doch ich erinnere mich gut daran, dass sie zu mehreren Anlässen behauptete, dass Anglizismen die deutsche Sprache verschandeln würden. Ihrer Meinung nach war Englisch eine Sprache mit begrenztem Wortschatz (im Gegensatz zur angesehenen deutschen Sprache) und einer sehr einfachen Grammatik. Zu jener Zeit war ich ein beeinflußbarer Schüler, der es nicht besser wusste, aber nun weiß ich, dass ihre Behauptungen völliger Unfug waren. Im Laufe seiner Geschichte hat das Englische viele Fremdwörter aufgenommen, was zu einem riesigen Wortschatz führte. Im Bezug auf die Grammatik ist das deutsche Tempussystem im Vergleich zum englischen ein Kinderspiel. Zum Glück hatte ich in meinen letzten Schuljahren einen ambitionierten, jungen Englischlehrer, der meine Leidenschaft für die englische Sprache entfachte.

Nationale Petro-Mohyla-Schwarzmeeruniversität
Nationale Petro-Mohyla-Schwarzmeeruniversität

In der sechsten Klasse wurde Französisch Pflichtfach und meine zweite Fremdsprache. Im Unterricht kam ich in der Regel gut zurecht und bekam manchmal sogar bessere Noten in Französisch als in Englisch. Leider war mein Fehler, dass ich zu der Zeit wenig Interesse daran hatte, französische Vokabeln zu lernen, und obwohl die Texte im Laufe der Zeit komplexer wurden, blieb mein Vokabular auf einem sehr einfachen Level. Deshalb wählte ich in der zehnten Klasse Französisch ab und wählte stattdessen Russisch. Das erwieß sich als großer Erfolg für mich. Ich war sehr motiviert und hatte oft das zweitbeste Ergebnis in Klausuren - wir hatten eine Muttersprachlerin im Kurs, die ich natürlich nicht übertrumpfen konnte. Selbst als meine Noten im letzten Schuljahr im Allgemeinen etwas schlechter wurden, hatte ich immer noch exzellente Noten in Russisch. Ich habe das Fach so sehr genossen, dass ich mit Russisch den sprachlichen Teil meiner Abschlussprüfungen abdeckte. Das Erlernen der russischen Sprache war definitiv meine abenteuerlichste Entscheidung in der Schulzeit und sie formte meinen Weg durchs Leben mehr, als ich zu der Zeit jemals hätte erwarten können.

Bücher zur lettischen Sprache und Geschichte
Bücher zur lettischen Sprache und Geschichte

Zwischen Französisch und Russisch entschied ich mich dafür, Latein in der achten Klasse als Wahlpflichtfach zu wählen. Ich wurde mit zwei großartigen Lehrer:innen gesegnet und das Übersetzen lateinischer Texte sowie das Lernen über römische Kultur, Geschichte und Literatur faszinierte mich. Leider wurde die ganze Prozedur schnell sehr langweilig. Ich erinnere mich an Dutzende Vokabellisten, Deklinationen und Konjugationen, die ich auswendig lernen musste. Bislang war Latein die einzige tote Sprache, die ich von Null an "lernen" musste, und meine Begeisterung wandelte sich bald in Frustration. Viel später, an der Universität, halfen mir meine Russischkenntnisse sehr, als ich einen Kurs in Altkirchenslavisch belegte. Dasselbe gilt für das Altenglische, obwohl mir hier das Deutsche half und nicht das Moderne Englisch, wie man denken könnte. Zwei Umstände haben mich in meinen letzten zwei Jahren Lateinunterricht gerettet. Erstens waren wir endlich mit den Vokabellisten fertig und durften Wörterbücher benutzen und zweitens durfte ich Latein von schriftlich auf mündlich umwählen, sodass ich keine Klausuren mehr schreiben musste.

Warnschild im polnischen Stettin
Warnschild im polnischen Stettin

Die Universität stellte den Anfang einer neuen Zeit für mich dar. Endlich konnte ich mich vollends auf das Studium der englischen und russischen Sprache fokusieren. Als ich meinen Bachelorabschluss in der Tasche hatte, hatte ich das Gefühl, alles würde zu schnell gehen und dass ich mehr in die Tiefe gehen und meinen Horizont erweitern wollte. Daher entschied ich mich, zwei Masterabschlüsse anzustreben. Im Hinblick auf Sprachen begann ich, Ukrainisch (2017) und Lettisch (2018) zu lernen. Meine Gründe, diese beiden Sprachen zu erlernen, waren sehr profan: Ich lernte Ukrainisch, weil eine meiner besten Freundinnen Ukrainerin ist, und Lettisch, weil ich ein halbes Jahr in Lettland studierte, um mein Russisch zu verbessern, und die Gelegenheit nutzte, die Amtssprache zu erlernen, während ich dort lebte.


Englisch

 • 10 Jahre in der Schule

 • B.A. in Englisch

 • Niveau C2 (Selbsteinschätzung)

Französisch

 • 4 Jahre in der Schule

 • zugunsten von Russisch aufgegeben

 • Niveau B1

Latein

 • 5 Jahre in der Schule

 • Latinum


Russisch

 • 3 Jahre in der Schule

 • B.A. in Russisch

 • Niveau C1

Ukrainisch

 • 3 Sommerschulen

 • 1 Hochschulkurs

 • Niveau B1

Lettisch

 • 1 Semester in Lettland
  • Sprachkurs (2 Wochen)

 • Niveau A2