Englische Mediävistik

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Porträt von Chaucer (ca. 1380), gefunden auf Wikipedia, PD-Old.
Porträt von Chaucer (ca. 1380), gefunden auf Wikipedia, PD-Old.

Die Englische Mediävistik befasst sich mit der Sprache und Literatur der altenglischen Periode (etwa Mitte des 5. Jahrhunderts bis Ende des 11. Jahrhunderts) und der mittelenglischen Periode (etwa Ende des 11. Jahrhunderts bis 16. Jahrhundert).

 

Altenglisch ist die frühste belegte Form der englischen Sprache, die von den Angelsachsen in der Mitte des 5. Jahrhunderts nach Großbritannien gebracht wurde. Ohne Zweifel ist das epische Gedicht „Beowulf“ das berühmteste geschriebene Werk der altenglischen Periode, dessen Autor bis heute unbekannt ist. Der Protagonist gleichen Namens, ein Gott, reist zum König der Dänen, dessen Königreich von einem Monster namens Grendel bedroht wird.

 

Mittelenglisch kann ungefähr als jene Varianten des Englischen beschrieben werden, die nach der Normannischen Eroberung Englands im Jahr 1066 gesprochen wurde, welche zum Wechsel von Altenglisch zu Mittelenglisch würde. Im 15. Jahrhundert folgt Frühneuenglisch, die Sprache des berühmten Dichters William Shakespeare, auf das Mittelenglische.

Einige der Pilger, inklusive Chaucer der Pilger. Gemälde aus Mary Eliza Haweis' "Chaucer für Kinder", gefunden bei Projekt Gutenberg.
Einige der Pilger, inklusive Chaucer der Pilger. Gemälde aus Mary Eliza Haweis' "Chaucer für Kinder", gefunden bei Projekt Gutenberg.

Selbstverständliche hatte die mittelenglische Periode ihren eigenen berühmten Dichter, nämlich Geoffrey Chaucer, dessen Hauptwerk die "Canterbury-Erzählungen" sind. Die Rahmenerzählung handelt von verschiedenen Pilgern, die eine Reise nach Canterbury planen und ihre Erzählungen nacheinander schildern. Trotz des Alters des Buches ist es sehr amüsant und angenehm zu lesen. In der Tat könnten manche der Erzählungen für anstößig befunden werden (zum Beispiel Die Erzählung des Müllers). Die Struktur der "Canterbury-Erzählungen" war wahrscheinlich von Giovanni Boccaccio inspiriert, der ebenfalls eine Rahmenerzählung für eine Sammlung von Erzählungen in seinem berühmtesten Werk "Il Decamerone" verwendete.

 

Im Bereich der Englischen Mediävistik schrieb ich drei Hausarbeiten über mittelenglische Autoren. Zwei von ihnen waren über Chaucers "Canterbury-Erzählungen", inklusive meiner Bachelorarbeit. Meine erste Hausarbeit, die ich im Sommersemester 2016 schrieb, befasste sich mit "Zuverlässigkeit in der Erzählung des Dienstmannes vom Kanonikus", und es machte mir Spaß, mit dieser Erzählung zu arbeiten. Im folgenden Semester, dem Wintersemester 2016/17, schrieb ich meine Bachelorarbeit über "Vorbestimmung in Chaucers Die Canterbury-Erzählung" und befasste mich mit verschiedenen Erzählungen, und zwar der Erzählung des Ritters, der Erzählung des Kaufmanns, der Erzählung des Nonnenpriesters, die Erzählung des Müllers und die Erzählung des Freisassen. Ein Semester später, im Sommersemester 2017, schrieb ich eine Hausarbeit über "Das Buch der Margery Kempe", ein weiteres mittelenglisches Werk, das als erste Autobiographie in englischer Sprache gilt und sich mit dem Leben der Mystikerin Margery Kempe befasst, mit dem Titel "Margery Kempe und der ICD: psychische Erkrankung im Allgemeinen und Schizophrenie im Speziellen".

Ich muss sagen, dass ich stets wundervolle Dozenten in diesem Fachbereich hatte, die unterstützend und motivierend waren, und ich genoss es zutiefst, mich in meinem Studium mit alt- und mittelenglischer Literatur zu beschäftigen, weshalb ich meine Masterarbeit in diesem Fachbereich schreiben werde. Entweder werde ich mich erneut mit Chaucer beschäftigen, oder ich werde mit Beowulf arbeiten. Beide Optionen erscheinen mir faszinierend.